Das Tuch der Meere

für solistisches Vokalensemble (SSAATTBB)

UA 2026

Das Tuch der Meere ist Teil des abendfüllenden Konzertes Il Vasto Mar. Die Kompositionen für acht Stimmen wurden beauftragt durch die Mitteldeutsche Barockmusik und im Rahmen des Heinrich-Schütz-Festes durch das Ensemble THE PRESENT in der Kirche Sankt Leonhard in Bad Köstritz uraufgeführt.

“Die neuen Vokalwerke haben es verdient, nicht in der sprichwörtlichen Schublade zu landen.” Deutschlandfunk, 12.10.26

Sendung des gesamten Konzerts am 4.12.26 beim MDR.

Der Konzertabend verbindet Schütz-Themen mit zeitgenössischen Motiven, nicht nur musikalisch und sprachlich – auch historisch. In Zeiten nicht-enden-wollender Kriege werden die Vokalmusik und der Himmel zum Fluchtraum. Aufgegriffen wurde auch die musikalische Landschaftsmalerei des in Venedig ausgebildeten Komponisten.

Proben am 10.10.26

“moderne, klangsinnliche Tonsprache” (dlf)

Wolfram Quellmalz, Neue Dresdener Nachrichten: “In seinen Werken, für die Moritz Gagern nicht nur die Musik, sondern auch die Texte geschrieben hat, bezog sich der in Berlin lebende Komponist ganz unmittelbar auf Gedanken in den Texten der Heinrich-Schütz-Werke, die am Abend erklangen. … Dazwischen öffnete das „Weite Meer“ das Bild in Richtung von Unwägbarkeiten, Stürmen und Fährnissen, stand mit seinem vom Summen umschlossenen Text, der zu wogen schien wie das Meer, als Präludium für „Vasto mar“, eines der italienischen Madrigale Heinrich Schütz‘.

The Present legten solche Spuren sorgsam frei, verliehen ihnen Kraft, Stimme, Wind, Drangsal oder Freiheit. Nicht immer zu acht, fielen sie in einen fünf-, sechs-, mehrstimmigen Zustand. … Die rufende Stimme konnte mit Heinrich Schütz tönen („Ich bin eine rufende Stimme“, SWV 283), drang aber mit Moritz Gagern auch ans Ohr von The Present und dem Publikum: „Aham Tche Gum“ nahm nicht nur mit archaischen Worten das „Tuch der Meere“ auf, sondern das Bild desjenigen auf dem Meer, der hörte („Deine Stimme kam mir entgegen“). Die innige Polyphonie blieb dennoch erhalten, nicht zuletzt, weil das Programm aus den Fährnissen herausführte. … „Höre mich, ich höre dich“ klang abschließend wie eine Beschwörung, in der Moritz Gagern in der letzten
Uraufführung („Du wirst den rauhen Gesang verwandeln“) kein Zukunftsbild entwarf, sondern eine Botschaft („Ton aus Ton verwandeln“) aussandte.

MDR Kultur sendet einen Mitschnitt des Konzerts am 4. Dezember (20.03 Uhr).”

“Ob ich gleich Wütend Gott, zeig hir mein Wehr und Waffn, / So kan doch auch zugleich, die Kunst viel nüzn schaffn.” 1642

“Es ist alles eitel!” Andreas Gryphius

Umsonst…

Fotos: Schnappschüsse aus dem Schütz-Haus in Bad Köstritz