Das Gewicht der Zeit

Umrisse von Musik und Oper

Veröffentlichte und unveröffentlichte Essays


Inhalt

Die narrative Rolle der Musik im Musiktheater

Vortrag für die Akademie Musiktheater heute vom 28.5.1999 S.  2

Oper. Eine Reihe von Sätzen

Essay gekürzt, orig. veröffentlicht 2001 S. 21

Machtkritik durch das Musiktheater

Vortrag für die Akademie Musiktheater heute, August 2001                                                      S. 32

Zweifel, Zauber, Zeit. Wagners Lohengrin                                               S. 42

Schönbergs Prinzip der Musikalischen Prosa                                                            S. 49

Zufall und Wahrscheinlichkeit bei Xenakis und Cage                                                      S. 52

In offener Gesellschaft. Eine akustische Utopie S. 54

Originalbeiträge Ruhrtriennale 2002-2004 S. 62

Der letzte Faden. Überlegungen zu Alban Bergs Wozzeck2009                  S. 74

Aktuelle Wegbeschreibung für Babylon, Bayr. Staatsoper 2012 S. 88

Seite 103:

Der freischaffende Kompromiss. Über den ökonomischen Sonderfall eines freischaffenden Komponisten. Neufassung eines Artikels aus: Max Joseph. Magazin der Bayerischen Staatsoper

In der Musikhandlung, veröffentlicht Pfau Verlag 2003  

Die Metapher oder der Ausdruck vom Gewicht der Zeit betont, dass Zeit, vor allem aus der Perspektive der Musik, als Materie verstanden werden kann, so ähnlich wie Luft durchsichtig ist, aber ein Gewicht hat und ein Widerstand und Klänge transportieren kann und Krankheitserreger, so muss man sich auch Zeit als etwas Materielles vorstellen und nicht als eine mathematische leere Größe, als die es die Zeit natürlich auch gibt, aber von dieser Zeit ist hier, wie jeder sich denken kann, nicht die Rede. Wenn man Zeit nicht als etwas Leeres, Abstraktes, Mathematisches betrachtet sondern als etwas mit Eigenschaften, als eine Materie oder ein Material, um es vorsichtig zu formulieren, dessen die Musik sich bedient, um etwas zu bedeuten und um Formen darstellen zu können, dann landet man auch schnell dort zu sagen: Zeit hat ein Gewicht. erstellen wir also eine Liste der Eigenschaften von Zeit und vielleicht gelingt es uns sogar zu zeigen das nicht nur aus der Perspektive der Musik die Zeit Eigenschaften hat und ein Material ist, sondern auch sonst. Sobald man von Zeit als etwas Mathematischem absieht, sobald man also nicht von dem Zeitbegriff spricht den die Planetenbewegungen vorgeben sondern von dem, der aus menschlicher Perspektive erfahrbar ist, ist dei Vorstellung einer Materialität der Zeit alles andere als abwegig, denn diese nicht-objektive Zeit ist zwangsläufig immer an eine lebendige Perspektive gebunden, also an eine spezifische Situation und Zuständlichkeit eines Lebewesens.

Selbstverständlich wird nicht behauptet, dass Zeit ein Gas sei. Oder eine Teilchenwolke. Es wird angenommen, dass Zeit für Zeitwesen, die Lebewesen nun mal sind, eine beeinflussbare Dichte hat. Wozu, könnten Leser fragen, vermeidet der Autor, das Phänomen subjektiver Zeitempfindung auf psychologischer Ebene aufzulösen? Aus dem einfachen Grund, dass Musik etwas Außersubjektives ist, Werke stehen wiederholbar in der Welt und mit ihnen wiederholbar ist der reziproke Effekt zwischen geformten Klanggebilden und der Zeitwahrnehmung. Die Zeit nicht als leeren “Raum “, sondern als akustisch greifbare Knetmasse für die musikalische Gestaltung zu betrachten hat den Vorteil, dass musikalische Phänomene begreifbarer werden, vor allem aber der Sinn von Musik ohne den erkennbaren Anwendungszusammenhang sich abzeichnet.

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